5 Tage Detox to Go – mein Tagebuch

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Ich lebe vorwiegend ungesund – das muss mal gesagt sein. Ich treibe zu wenig Sport und wohne in München – der Heimat von gutem Bier und Schweinebraten. Es ist noch nicht allzu schlimm, aber schlimm genug um sich grundsätzlich Gedanken über seinen Lifestyle zu machen – schließlich werde ich nicht jünger.

Daher fand ich es spannend herauszufinden, wie es wohl ist in Form einer Detox-Kur von Null zu beginnen. Erfreulicherweise gibt es für Laien und Faulpelze wie mich Services im Internet, die einem das Leben echt erleichtern. So auch das Detoxen.

detox to go bot mir an, die "Liquid" Kur zu testen. Und auch wenn ich beim Lesen und Recherchieren zum Thema Detox ein bisschen Bammel bekam – das war eine gute Gelegenheit für mich und meinen Körper.

Was nun folgt ist eine kurze Erklärung zum Thema Detox und mein Tagebuch. Denn während meiner Kur habe ich mir Notizen über meinen Gemütszustand gemacht. 

 

Detox ist ein Synonym für "Entschlacken". Anscheinend ist es so, dass bestimmte Lebensmittel (Fastfood, Tiefkühlkost etc) und ungesunde Lebensweise (Rauchen, Alkoholkonsum) belastende Stoffe im Körper hinterlassen. Diese Stoffe machen müde und antriebslos. Sie machen dick und sind für Magenbeschwerden verantwortlich – kurz: Sie sind nicht gut für den Körper. Als "Detox" wird der Entgiftungsprozess bezeichnet. Mit bestimmten Lebensmitteln oder Aktivitäten soll der Körper bei der Entgiftung unterstüzt werden. Man drückt quasi den Reset-Knopf. 
Bei meinen Recherchen bin ich sehr oft auf den Begriff "Schlacke" gestoßen. Ich habe den Begriff absichtlich nicht in meiner kurzen Beschreibung benutzt, denn er ist relativ umstritten. Um sich selbst ein Bild zu machen, habe ich ein paar Links gesammelt. 

Trotz der Diskussionen rund um Detox war mir eines klar: Meine jetzige Ernährung ist großer Mist. Ich wollte mir bewusst werden wie es ist, 5 Tage darauf zu  verzichten. Ich wollte spüren, wie die Vitamine, die ich sonst wirklich nur spärlich zu mir nehme, auf meinen Körper wirken. 

 

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Nachfolgend mein Tagebuch, zusammengeschrieben aus einzelnen Stichpunkten, die ich mir während der 5 Tage auf einen Notizblock geschrieben habe.

Tag 1:
Ich habe meine Kolleginnen schon vorgewarnt: Die nächsten 5 Tage wird mit mir nicht gut Kirschen essen sein. Was ich schön finde: alle fiebern der ersten Lieferung entgegen und sind sehr gespannt. Der Kurier kommt – pünktlich wie die Eisenbahn, denn ich durfte mir das Lieferzeitfenster aussuchen (8-10 Uhr). In einer großen weißen Styroporschachtel finde ich die Rationen für zwei Tage: 8 Säfte, 2 Suppen und Notfallsnacks in Form von einigen Krümeln Rosinen/Cranberries. Ich frohlocke und öffne sogleich die erste Flasche, die nach Tomatensuppe schmeckt. Ungewöhnlich, das kalt zu trinken, aber sehr schmackhaft.
Tag 1 vergeht wie im Fluge. Durch einen vollgepackten Terminkalender vergesse ich fast den ein oder anderen Drink. Meine Kollegin hat mir am Vortag übrigens Glaubersalz empfohlen. Das soll abführend wirken und den Körper "Vorreinigen". Aufgrund des oben erwähnten vollen Terminkalenders hab ich das aber lieber gelassen. Manche Malheure dürfen einem einfach nicht während eines Meetings passieren.

Tag 2:
Ich werde mit einem dicken Grinsen im Büro begrüßt. "Na, wie liefs gestern Abend?", war die hämische Frage. "Ziemlich gut, die Suppe war sehr lecker." antwortete ich nicht ohne Stolz. Denn zu keiner Zeit verspürte ich an Tag 1 Hunger. Dafür sollte der zweite Tag umso härter werden. Voller Vorfreude öffne ich den ersten Saft für den neuen Tag und trinke ihn mit Genuss. Nach einiger Zeit meldet sich  mein Magen: Anscheinend fehlt ihm erst jetzt die feste Nahrung. Und ja, ich habe Hunger. Also trinke ich ein Glas Wasser zügig leer und esse beide(!) Notfallrationen binnen weniger Sekunden. Danach geht's mir besser. 
Tag 2 ist anstrengend. In der Kantine gibt es Lachsnudeln mit Sahnesauce. Ich liebe das Gericht und sehe den Kollegen wehmütig hinterher, als die Mittagszeit beginnt. Mein Magen knurrt – meine Laune ist im Keller. Ich habe einen komischen Geschmack im Mund und muss permanent auf die Toilette.

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Tag 3:
Ich habe geschlafen wie ein Baby – trotz schnarchendem Freund. Ich wache auf und habe widerlich gute Laune. Im Badezimmer tanze ich zu den Spice Girls – der Tag kann kommen. Die Kolleginnen sind beeindruckt und haben beschlossen, aus Solidarität einen Obst-und Gemüsetag einzuführen. Ich bin fit wie ein Turnschuh und liebe diesen Zustand. Heute kommt meine zweite und letzte Lieferung bestehend aus drei Tagesrationen. Gierig reiße ich die Styroporschachtel auf und nuckle schon am ersten Drink – noch bevor die anderen im Kühlschrank verstaut sind. 
Gegen Nachmittag meldet sich der Hunger zurück – und damit sinkt meine Laune. In dem Moment kommt ein Kollege ins Zimmer "Na, schlechte Laune?" – falscher Zeitpunkt! "Ich möchte Dich grillen und essen!", belle ich.
Von der guten Laune am Morgen ist nichts mehr zu sehen. Ich möchte ins Bett und von Essen nichts mehr sehen, riechen, hören. Meine Gedanken drehen sich um Essen, Essen, Essen. Ich habe Kopfschmerzen.

 

Tag 4: 
Wieder wache ich auf und bin fit. Diesmal bleibe ich aber misstrauisch – und das Radio im Bad somit aus. Kurz überlege ich, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren – an jedem anderen Morgen wäre selbst der Gedanke daran eine Sache der Unmöglichkeit. Aus Selbstmitleid verzichte ich aber darauf und steige ins Auto. Ich fürchte mich vor dem vierten Tag und habe unglaubliche Lust auf die einfachsten Dinge (Butterbrot! Apfelschnitz!). Den ersten Drink leere ich schon im Auto. Nach wie vor sind die Kompositionen eher ungewöhnlich (Basilikum und Balsamico zum Beispiel) aber es schmeckt mir immer noch. Mein Körper fühlt sich fitter an – nur Einbildung? Ich weigere mich inzwischen zu glauben, dass ich mich nach so viel "Leid" und "Entbehrung" so gut fühlen kann.
Ich habe den ganzen Tag 4 über massive Energieschübe – das merken auch die Kollegen. Ich könnte Bäume ausreißen. Ich halte inne und horche in mich hinein. Hunger? Nicht die Bohne! Zufrieden grinsend mache ich mir den mitgelieferten Kusmi-Tee. In der Kantine gibt es Currywurst. "Geht ihr nur!", denke ich mir, als die Kollegen das Büro verlassen.


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Tag 5: 
Ich bin froh, dass es zu Ende geht. Ich habe mir die Woche über einige Gerichte aufgeschrieben, die ich unbedingt essen werde. Die Liste ist meterlang. Tapfer kämpfe ich mich durch den Tag, denn der Hunger kommt langsam aber stetig wieder zurück. Ich steige auf die Waage und habe drei Kilo weniger. Im ersten Moment bin ich enttäuscht, aber mein Freund redet mir gut zu. Heute bin ich wirklich nah dran zu betrügen. Ich überlege mir ernsthaft, mir einfach ein Brot mit Salami zu machen. Tapfer halte ich aber durch und trinke dafür sicher vier Liter Wasser. Die Suppe am Abend ist ein kleiner Lichtblick – in ihr schwimmen wenigstens ein paar Stückchen Gemüse, auf dem ich ein bisschen kauen kann. Ich vermisse das Kauen – man lernt wohl die kleinen Dinge zu schätzen. Tag 5 war hart, die Gedanken dabei kann ich nicht niederschreiben, denn sie sind zu primitiv. Aber dann: Ich habe es geschafft!!!!!!!

Wie ich mich fühle? Einerseits ein bisschen erschöpft: Sich derart zusammen zu reißen kann ganz schön an die Substanz gehen. Andererseits bin ich wahnsinnig stolz auf mich. 

…. eine Woche später

Von meiner meterlangen Wunsch-Essensliste habe ich nur die wenigsten Gerichte gegessen. Mein Appetit war da, aber deutlich (!) geringer als er im Normalfall wäre. Ich schiebe den Teller schon nach der Hälfte weg. Meine Schwägerin besucht mich und fragt mich nach einer Weile "Hast du Sport gemacht? Du siehst so schlank und gesund aus!". 

und seitdem?
Ich bin froh, es getan zu haben. Mein Körper ist froh. Und ich habe angefangen, mir über mein Essverhalten Gedanken zu machen. Manchmal schlage ich nun von selbst vor, Mittags doch nur einen Salat zu essen. Nochmal würde ich so eine Kur aber so schnell nicht mehr machen. Für mich war es teilweise wirklich sehr hart. Vielleicht in einem Jahr nochmal. Ich habe mir einen Smoothie-Mixer gekauft, weil ich so einen Saft-Tag einmal die Woche machen wollte. Ich habe es nicht durchgezogen, und bin daher eigentlich die perfekte Zielgruppe für Detox-Services: Von alleine mache ich das nämlich nicht, die Drinks müssen fertig auf meinem Tisch stehen.

Ach übrigens: Die Kolleginnen ziehen den Obst- und Gemüsetag bis heute durch. Sie können ebenfalls stolz auf sich sein!

Ich möchte dem Team von Detox to Go herzlich für die Erfahrung danken, die ich mit den Produkten machen durfte.

24 comments on 5 Tage Detox to Go – mein Tagebuch

  1. Jana
    14/03/2014 at 11:40 (6 Jahren ago)

    Hey Lipstick Love, herzlichen Glückwunsch zum Durchhalten, ich liebäugele schon länger damit eine Detox Kur zu machen und beneide dich darum das du sie testen durftest, leider sind die wirklich guten Produkte einfach zu teuer, 300-500 Euro für eine Woche Detox, wer kann sich das schon leisten… ich bleibe weiterhin auf der Suche nach einer billigen Alternative die trotzdem nicht sooo viel Arbeit macht, denn du hast recht es nervt wenn man alles erst einkaufen und dann stundenlang zu bereiten muss um danach noch die ganzen Gemüse und Obstreste aus der jeder Küchenritze zu kratzen ;)

    Liebe Grüße
    Jana

    Antworten
    • Maria
      15/03/2014 at 15:37 (6 Jahren ago)

      Danke Dir! Wenn du eine Methode gefunden hast,lass es mich wissen ;)

      Antworten
  2. Alessia
    14/03/2014 at 11:59 (6 Jahren ago)

    Du hast das ja echt super gemacht, dass du durchgehalten hast! Ich überlege mir grad auch, so einen Tee kaufen zu gehen.. Xx alessia

    Antworten
    • Maria
      15/03/2014 at 15:37 (6 Jahren ago)

      Danke Dir. Der Tee war lecker. Liebe Grüße

      Antworten
  3. Cream
    14/03/2014 at 13:04 (6 Jahren ago)

    Sehr interessanter Bericht! Wäre wirklich mal zu überlegen, ob man einmal pro Woche einen Saft-Tag einlegt!

    Antworten
    • Maria
      15/03/2014 at 15:37 (6 Jahren ago)

      Ja, wenn man es dann durchzieht ist das sicher sinnvoll! Liebe Grüße

      Antworten
  4. Krisi
    14/03/2014 at 16:53 (6 Jahren ago)

    Ich habe letztes Jahr auch ein Saftdetox gemacht, allerdings nur Saft, ohne Snacks und ohne Suppen. Auf Nebeneffekte war ich gefasst, Kopfschmerzen und so, das gehört dazu. Ich habe mir die Säfte immer selbst gepresst, dass hat mir enorm geholfen da ich trinken konnte worauf ich grad Lust hatte und keine Vitamine/Mineralien verloren gehen die der Körper braucht. Ich hatte nie Hunger, habe aber wie du das kaufen schmerzhaft vermisst…;)
    Toll das du durchgehalten hast.
    Liebe Grüsse,
    Krisi
    http://excusemebutitsmylife.blogspot.com

    Antworten
    • Maria
      15/03/2014 at 15:36 (6 Jahren ago)

      Eine Woche lang selbst pressen – alle Achtung! 

      Antworten
  5. Jacqueline
    14/03/2014 at 17:02 (6 Jahren ago)

    Klingt super interessant. Trotz des Preises, liebäugele ich sehr damit.

    Antworten
    • Maria
      15/03/2014 at 15:36 (6 Jahren ago)

      Ja, les Dich ein bisschen auf der Website ein, vielleicht ist das ja was für Dich!

      Antworten
  6. Lavinka
    14/03/2014 at 18:26 (6 Jahren ago)

    ein wirklich toller interessanter Artikel!

    Antworten
    • Maria
      15/03/2014 at 15:36 (6 Jahren ago)

      Danke Dir!

      Antworten
  7. Yvonne
    14/03/2014 at 20:23 (6 Jahren ago)

    Vielen Dank für deinen ehrlichen und amüsanten Bericht!!
    Ich werde mich noch ein bisschen in das Thema einlesen. Aber ich denke ich werde das auch ausprobieren.

    Antworten
    • Maria
      15/03/2014 at 15:35 (6 Jahren ago)

      Sehr gerne! Viel Spaß beim Detoxen!

      Antworten
  8. Martina
    14/03/2014 at 21:35 (6 Jahren ago)

    Danke für den Bericht- ich musste echt lachen an einigen Stellen.
    Darf man dann auch gar keinen Kaffee trinken- oje, da würde mir echt was fehlen.
    Interessiert mich auf alle Fälle sehr!
    Vielleicht teste ich den Service auch mal.
    Liebe Grüße,
    Martina

    Antworten
    • Maria
      15/03/2014 at 15:35 (6 Jahren ago)

      Gerne – danke für’s Lesen! Kaffee ist auch verboten, genauso wie Aspirin o.ä. bei Kopfschmerzen. Probier’s mal aus und erzähl, wie Du es fandest! Liebe Grüße

      Antworten
  9. Beauty Butterflies
    14/03/2014 at 22:12 (6 Jahren ago)

    Respekt, dass du durchgehalten hast. Mir würde das Kauen sicher sehr fehlen. Nur Flüssignahrung zu mir zu nehmen – Puh! Ich verzichte aufgrund meiner Migräne auf solche Extrem-Experimete. Ich glaube das wäre mein Tot!

    Antworten
    • Maria
      15/03/2014 at 15:34 (6 Jahren ago)

      Danke – es war echt hart!

      Antworten
  10. One Moment
    15/03/2014 at 08:55 (6 Jahren ago)

    Prinzipiell eine schöne Idee – aber absolut und viel zu teuer!

    Antworten
    • Maria
      15/03/2014 at 15:34 (6 Jahren ago)

      Ja, der Preis ist nicht ohne – aber in einem Jahr werde ich wohl ernsthaft darüber nachdenken, das zu zahlen.

      Antworten
  11. Marie
    17/03/2014 at 15:13 (6 Jahren ago)

    Sehr interessanter Bericht! Mir ginge es da wahrscheinlich ähnlich wie dir, ich wäre auch zu faul und vor allem zu einfallslos mir diese drinks selbst zu mixen.

    Antworten
  12. jelena
    18/03/2014 at 14:36 (6 Jahren ago)

    Eine ganz andere Frage: Was trägst du denn für eine Halskette auf dem Foto? Finde ich wunderschön..

    Antworten
    • Maria
      18/03/2014 at 14:58 (6 Jahren ago)

      Danke schön =) Die ist von Zara 2013. Bei ebay gibts die noch ab und zu!

      Antworten
  13. Eburg
    16/06/2016 at 15:11 (3 Jahren ago)

    Ich mache seit Jahren in regelmäßigen Abständen eine Detoxkur. Wir verlangen unserem Körper im Alltag so viel ab und im Gegenzug treten wir ihn doch oft mit Füßen. Da ist es schon das Mindeste, ihn zwischendurch mit einer Detoxkur zu reinigen und zu stärken. Was aber bei einer Entgiftungskur auch nicht fehlen sollte sind Bewegung und Entspannung (Yoga, Meditation, Massagen, Schwimmen, Spazierengehen etc.) Dann mal los! ;-)=

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